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Flussgebietsplanung

11/7/2026

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Kleine Emme beim Stahlwerk Emmmenbrücke

Warum nichts passiert, wenn Flüsse nicht klagen können.

Vor einem Vierteljahrhundert haben Pius Stadelmann und Lovas Robert eine Publikation unter dem Titel Flussgebietsplanung für einen voralpinen Fluss in der Schweiz. Kleine Emme im Kanton Luzern*  vorgelegt.
Unter Anwendung der Flussgebietsplanung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie 2000 wurden zusammenfassend sechs Massnahmen zur Sicherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit und zur Aufwertung der Kleinen Emme vorgeschlagen:
  • Herstellung der Quervernetzung zu den wichtigsten Seitenbächen
  • Wasserrückhalte Massnahmen
  • Dotierung der gesetzlich vorgeschriebenen Restwassermengen bei Wasserentnahmen
  • Wiederherstellung der Längsvernetzung für Fische
  • Ausscheidung eine 10-15 Meter breiten Uferstreifens
  • Erstellen eines regionalen Siedlungsentwässerungsplanes
  • Verbesserung der Badehygiene unterhalb der ARA-Einleitungen.
In der Zwischenzeit wurden an einzelnen Stellen Wasserbauten mit Revitalisierungen, Herstellung  der Fisch-durchgängigkeit auf- und abwärts bei Wasserkraftwerken, Rückhalt von Baustämmen bei Hochwasser usw. vorgenommen.

Methode wurde nie angewendet
Die Methodik der Flussgebietsplanung für den gesamtheitlichen Schutz und die Nutzung der Kleinen Emme in ihrem Einzugsgebiet von 480 km2 wurde nie angewandt. Die Kleine Emme verursacht bei extremen Hochwässern grosse Überschwemmungen  in der Reuss,  wie im Jahr 2005.
Der Hydrologe Pius Stadelmann, inzwischen längst im Ruhestand, fordert denn auch nachdrücklich: „Für die Reuss, die die Kantone Luzern, Zug, Aargau und Zürich durchfliesst, müsste zu deren Schutz und zur Sicherstellung einer nachhaltigen Nutzung gemeinsam ein Einzugsgebietsmanagement erarbeitet werden. Als Grundlage diene die entsprechende Wegleitung des Bundes Einzugsgebietsmanagement. Anleitung für die Praxis zur integralen Bewirtschaftung des Wassers in der Schweiz, aus dem Jahr 2012.   Warum aber dauert es Jahrzehnte bis das Wissen der Expertinnen und Experten umgesetzt wird?  Warum wird seit 15 Jahren eine entsprechende Anleitung des Bundes im Kanton Luzern nicht angewendet?

Nur ein Flickwerk
Gegenwärtig führt jeder Kanton Hochwasser- und Revitalisierung-Programme aus, ohne sich mit dem Ober- oder Unterlieger zu vernetzen. Ohne eine koordinierte Zusammenarbeit zum nachhaltigen Schutz und zur Nutzung des gesamten Gewässersystems Reuss liegt nur ein Flickwerk vor.
Die Natur hat keine Stimme in unserem Rechtssystem. Die Gewässer können sich nicht wehren, wenn deren Lebensräume  massiv eingeschränkt werden.
Mit einem Einzugsgebietsmanagement kann vorsorglich Abhilfe geschaffen werden.
Dabei geht es darum für ein Flussgebiet (Hauptfluss mit allen Zuflüssen vorhandene Grundlagen in den Bereichen Wassernutzungen wie Wasserkraft und Wasserversorgung, Hydrologie, Wasserqualität, Biologie, Ökomorphologie (Strukturen in und am Gewässer, Beschaffenheit der Uferbereiche, Verbauungsgrad), und Durchgängigkeitsstörungen zu erfassen und Sanierungsmassnahmen zu ergreifen.

* Stadelmann P. und Lovas R. 2000 Flussgebietsplanug für einen voralpinen Fluss in der Schweiz: Kleine Emme im Kanton Luzern Gas, Wasser, Abwasser. gwa 11/200, Zürich: 1-24

Pius Stadelmann, Dr.sc.nat. ETH, Hydrobiologe, Luzern 

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