<![CDATA[REUSS-INITIATIVE - NACHRICHTEN]]>Sat, 18 Jul 2026 21:00:55 +0200Weebly<![CDATA[Schlagzeilen]]>Fri, 17 Jul 2026 07:03:47 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/schlagzeilen
Beim Unterschriften Sammeln für die Reuss-Initiative hörten wir oft: Wir haben doch die saubersten Gewässer und das beste Wasser der Welt. Wo liegt das Problem?
Das Problem liegt beim selektiven Informationskonsum. Denn wer sich einmal achtet, realisiert, dass die Nachrichten voll sind von Berichten, welche einen nachdenklich stimmen sollten. Hier eine zufällige Auswahl von Titeln, Schlagzeilen und Zitaten; ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit in dieser Zeitperiode.
 
2. August 2024 srf / Niklaus Rigert
Schweizer Kläranlagen müssen Abwasser in Flüsse leiten
Kläranlagen leisten einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft. Doch das System ist nicht perfekt. Bei Regen gelangt regelmässig ungeklärtes Abwasser in die Gewässer.
«Die Schweizer Kanalisationen sind in der Regel so organisiert, dass Regenwasser zusammen mit dem Abwasser aus Haushalten und Industrie abfliesst. Für die Kläranlagen bedeutet das, dass sie bei Regen mehr und verdünntes Abwasser klären müssen. Bei starkem Regen wird das System dann temporär überfordert. Über Überläufe in der Kanalisation und bei der Kläranlage selbst muss Abwasser dann ungeklärt in Gewässer geleitet werden. «Bei starkem Regen sind wir gezwungen, Abwasser in die Reuss zu leiten. Das passiert etwa 100 Mal im Jahr. Insgesamt rund 300 Stunden», sagt Alexander Kleiner, der die ARA Buholz in Emmen leitet. […] Das Baden im braunen Wasser empfiehlt sich dann nicht, weil Bakterien, Viren und andere Stoffe im Flusswasser sind.»
 
4.12.2024 Luzerner Zeitung / Samuel Thomi
Trifluoressigsäure: Grundwasser in der ganzen Schweiz mit schwer abbaubaren Chemikalien verseucht
Im Schweizer Grundwasser finden sich überall schwer abbaubare Chemikalien (PFAS). Besonders betroffen sind stark landwirtschaftlich genutzte Regionen. Obwohl die Auswirkungen der Trifluoressigsäure noch nicht restlos geklärt sind, warnt ein Experte vor dem Nichtstun.
«Umweltchemiker Martin Scheringer von der ETH Zürich sagte am Mittwoch gegenüber SRF: ‘Es ist sicherlich keine gute Situation, so einen Fremdstoff überall im Wasser zu haben und ihn auch langfristig mit dem Wasser zu sich zu nehmen.’ Aktuell gebe es noch keine grossen Probleme durch die TFA-Belastung des Grundwassers, sagt PFAS-Experte Scheringer, ‘aber die werden kommen, wenn man nichts tut’.»
 
28.12.2024 Luzerner Zeitung / Christian Glaus
Chemikalien belasten Trinkwasser – so reagieren die Wasserversorger
Für verschiedene Chemikalien gelten beim Trinkwasser strenge Grenzwerte. Belastet ist das Wasser insbesondere in landwirtschaftlich geprägten Gebieten. Das wird sich so schnell auch nicht ändern
«In landwirtschaftlich geprägten Regionen belasten früher eingesetzte Pestizide das Grundwasser. Deren Abbaustoffe, Metaboliten genannt, lassen sich auch im Trinkwasser nachweisen. Im Fokus stand bisher Chlorothalonil.» Hinzugekommen sei ein strengerer Grenzwert für die Abbaustoffe des Pestizids S-Metolachlor, welches als krebserregend eingestuft werde. «Flächendeckend im Grundwasser der Schweiz nachgewiesen worden ist auch Trifluoressigsäure (TFA). Diese gehört zu den sogenannten ewigen Chemikalien (PFAS).»
«Im Kanton Luzern hätten verschiedene Wasserversorgungen auf die Chlorothalonil-Belastungen reagiert, hält Kantonschemiker Silvio Arpagaus fest. ‚Sie haben einzelne belastete Quellen ausser Betrieb gesetzt oder das Wasser mit unbelastetem so gemischt, dass der Höchstwert eingehalten werden kann.‘»
 
19. November 2025 Luzerner Zeitung, S.17 Jonas Hess
Luzern verfehlt eigene Ziele
Fische legen weite Wege zurück. Oft kommen ihnen Wasserbauten in die Quere. Doch bei den Sanierungen hapert es.
«Fische wandern für Nahrungssuche und Fortpflanzung. Letzteres sei wichtig, damit sie ihr genetisches Material austauschen können», so Kantonsrätin Sara Muff, Co-Präsidentin des kantonalen Fischereiverbands. «Sei ihnen dies verwehrt, könnten sie im Extremfall aussterben. Schon heute sei die Situation besorgniserregend.» Gemäss Muff befinden sich im 65'000 km langen Fliessgewässernetz 100'800 Fisch-Wanderhindernisse, die über 50cm hoch sind. «Eigentlich müssten diese Hindernisse gemäss dem Schweizer Gewässerschutzgesetz von 2011 bis im Jahr 2030 beseitigt oder eben umgangen werden […]. Doch gemäss Experten geht es nur schleppend voran.»
 
13. Januar 2026 Luzerner Zeitung S.19 / Jonas Hess
Kanton geht Pestizidbelastung nach
Hochgiftiges Insektizid gelangte in die Wyna. Der Wert war 4200-mal zu hoch.
«’Ein Tropfen von einem Produkt mit Deltamethrin kann einen ganzen Bach vergiften.’ Das sagte der Schaffhauser Kantonschemiker im Februar vergangenen Jahres gegenüber SRF. Deltamethrin ist ein Insektizid, das vor allem im Rapsanbau Verwendung findet und als hochgiftig gilt.» Das Pflanzenschutzmittel wurde mit einer Sonderbewilligung des Kantons von den Landwirten zur Bekämpfung des Rapserdflohs eingesetzt.  «Für den Wirkstoff Deltamethrin bestehen bis heute keine Grenzwerte. Bisher verweigerte das Departement von Umweltminister Albert Rösti gemäss Medienberichten eine entsprechende Verschärfung.»
 
28. Januar 2026 K-Tipp S.10 / Jocelyn Daloz, Eric Breitinger
Riskante Gifte, amtlich bewilligt
Obst- und Gemüsebauern dürfen seit Jahren verbotene Pestizide spritzen – per Notfallbeschluss des Bundes. Ein Gerichtsurteil zeigt: Die zuständige Behörde bewilligt solche Ausnahmen zum Teil ohne sorgfältige Prüfung.

«Im Jahr 2016 erteilte die Behörde für 5 Produkte solche Notfallzulassungen. 2025 waren es bereits 40.» Die Behörde lehne nach eigenen Angaben nur 20 Prozent der Gesuche ab. «Das Risiko durch Insektenvernichtungsmittel ist unumstritten: Acetamiprid etwa gehört zur Gruppe der Neonicotinoide. Diese sind für Bienen und andere Insekten sowie für Bodenorganismen äusserst giftig. Das zeigten mehrere grosse Studien. Zudem schädigt der Stoff vermutlich ungeborene Kinder.»
 
16. März 2026 Tagesanzeiger S. 3 / Cyrill Pinto
Pestizide belasteten die Flüsse zuletzt wieder stärker.
Landwirtschaft in Gewässernähe. Neue Messdaten zeigen zahlreiche Überschreitungen bei besonders giftigen Insektiziden. Ausgerechnet diese Stoffe will Umweltminister Albert Rösti aus der Gewässerschutzregulierung ausklammern.
«Bäche entlang von Rapsfeldern und Kartoffeläckern sind oft mit Pestiziden versetzt. Das sorgte in den vergangenen Wochen wiederholt für Schlagzeilen. Bauern sind für ihre Lebensmittelproduktion auf Pflanzenschutzmittel angewiesen. Doch die Mittel sind nicht nur für Schädlinge giftig, sondern auch für Fische und andere Lebewesen in den Bächen. Am Ende gelangen Abbaustoffe auch ins Grundwasser und bedrohen unser Trinkwasser.»
 
3/2026 Saldo S.10 / Daniel Bütler
Bei giftigem Dünger drückt der Bund beide Augen zu
«Die Kantone müssten ab diesem Jahr sauberen Phosphor herstellen, doch sie missachten dies.  Schweizer Bauern streuen jedes Jahr 4000 Tonnen phosphorhaltigen Kunstdünger auf ihre Felder.» Dieser werde in Minen im Ausland abgebaut. Phosphorhaltige Kunstdünger «enthalten hohe Mengen der giftigen Metalle Kadmium und Uran.» In der Schweiz gäbe es genug Phosphor. Er könnte und müsste aus Klärschlamm zurückgewonnen werden und wäre «viel sauberer als Phosphor aus Minen, da er kein Kadmium oder Uran enthält.»
 
9. April 2026 Tagesanzeiger, S. 16 / Sarah Fasolin
Jede noch so kleine Wasserfläche hat einen Nutzen
«Teiche sind nicht nur sehr schön anzusehen, sondern auch Klimaanlagen – sie kühlen durch die Verdunstung die Umgebung. Vor allem aber bilden sie einen wichtigen Feuchtlebensraum und Wasserspeicher, den es in jedem Garten, jedem Quartier, jeder Stadt braucht.»
 
16.4.2026 Luzerner Zeitung / Christian Glaus
Trinkwasserversorgungen informieren schlecht
Jahresbericht des Kantonschemikers Silvio Arpagaus
«Beim Trinkwasser legte die kantonale Dienststelle einen Schwerpunkt auf Abbauprodukte des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil. Diese gelten als vermutlich krebserregend. Der Kanton inspizierte gezielt Trinkwasserversorgungen in belasteten Gebieten. In 28 der 41 kontrollierten Versorgungen wurde der Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter überschritten. Das entspricht 68 Prozent. «In diesen Fällen sind die bisher getroffenen Massnahmen nicht ausreichend und weitere, wie der Zusammenschluss mit anderen Trinkwasserversorgungen oder der Bau von Aufbereitungsanlagen, werden nötig», erklärt Arpagaus. Die Umsetzung kann aufgrund der Komplexität jedoch Jahre dauern.
Die Wasserversorgungen sind verpflichtet, die Bevölkerung mindestens einmal jährlich umfassend über die Trinkwasserqualität zu informieren. Fast zwei Drittel der kontrollierten Versorgungen kamen dieser Pflicht gar nicht oder nicht ausreichend nach. Die Dienststelle ordnete Verbesserungen an.»
 
8.  Mai 2026 Tagesanzeiger, S. 17 / Edgar Schuler
Den Schweizer Seen geht langsam der Sauerstoff aus
Die vollständige Durchlüftung gilt als Schlüssel für gesunde Gewässer, tritt aber immer seltener auf.
«Die vollständige Durchmischung - in der Fachsprache Holomixis - ist für tiefe Seen zentral. Wenn sich die Wasserschichten im Winter angleichen, verschwindet der Temperaturunterschied zwischen Oberfläche und Tiefe. Das Wasser kann sich dann vollständig durchmischen: Sauerstoff wird bis in die Tiefe transportiert, Nährstoffe gelangen nach oben. Ohne diesen Austausch droht in der Tiefe ein schleichender Sauerstoffmangel - der Seegrund wird zur lebensarmen Zone, in der Fische kaum überleben und selbst Mikroorganismen an ihre Grenzen kommen. […] Mildere Winter verhindern zunehmend, dass sich das Oberflächenwasser stark genug abkühlt, um die nötige Zirkulation auszulösen.»
 
13. Juni 2026 Luzerner Zeitung S.29 / Michael Gross
Grundwasser bleibt Sorgenkind
Nitrat im Grundwasser beschäftigt den Kanton Luzern.
«Im Luzerner Grundwasser ist stellenweise zu viel Nitrat. Bei einer von fünf Messstellen im Kanton wurde der Grenzwert überschritten. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Nachhaltigkeitsbericht des Kantons Luzern – diese Zeitung berichtete darüber. Insgesamt gibt es in Luzern 35 Messstellen, verteilt auf den ganzen Kanton. Besonders in den Ackerbaugebieten, im nördlichen Teil des Kantons, hat es zu viel Nitrat im Grundwasser.»
Im menschlichen Körper werde das Nitrat mitunter in gesundheitschädigendes Nitrit umgewandelt. «Besonders Säuglinge können dadurch in eine lebensbedrohliche Situation geraten.»
 
13. Juni 2026 Tagesanzeiger S.2 / Cyrill Pinto
Trinkwasserversorger schlagen Alarm
«Die Wassertemperaturen der Schweizer Fliessgewässer und Seen steigen seit über vierzig Jahren stark an. […] Für die Wasserversorger sind die höheren Temperaturen problematisch.» Das Hauptproblem, Keime wachsen bei höheren Temperaturen schneller. Ein weiteres Problem kommt hinzu: «Messungen zeigen, dass die Wassermenge in den Flüssen insbesondere im Sommer abnimmt. […] Fliesst weniger Wasser ab, werden die Schadstoffe in den Gewässern weniger verdünnt.»  Wenn bei gleichem Schadstoffeintrag nur halb so viel Wasser abfliesse, verdopple  sich die Schadstoffkonzentration, so der Experte.
 
7. Juli 2026 Tagesanzeiger S.3 / Cyrill Pinto
Röstis Departement lockerte Regeln für Kernkraftwerke
Naturschützer sind empört. AKW-Betreiber leiten erwärmtes Kühlwasser in die Flüsse. Früher war das ab 25 Grad verboten, dann hob der Bund die Grenzwerte an.
«Das Kühlwasser vermischt sich mit dem Flusswasser. Bei Leibstadt führt das laut Miteigentümerin Axpo zu einer leichten Erwärmung des Rheins von 0,01 bis 0,022 Grad. Bei Gösgen ist die Erwärmung der Aare laut Betreiberin unter 0,1 Grad und damit «vernachlässigbar». Doch aus Sicht von Naturschützern ist jedes bisschen zu viel. David Bittner ist Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbands (SFV). Er sagt: «Für die Fische sind Wassertemperaturen ab 25 Grad jenseits der Schmerzgrenze.» Bei länger andauernden Hitzewellen bestehe akute Todesgefahr.»
 
7. Juli 2026 Tagesanzeiger S. 19 / Daniel Hitz, Michel Wenzler
Rekord-Wassertemperaturen bedrohen Fische in Flüssen und Bächen
Der Schweizerische Fischerei-Verband fordert rasches Handeln. «Man müsse alles daran setzen, die Gewässer widerstandsfähiger zu machen. «Intakte, vernetzte und strukturreiche Gewässer sind der wirksamste Schutz für unsere Fischbestände», schreibt der Verband in seiner Mitteilung. Konkret fordert er, dass Revitalisierungen von Bächen und Flüssen konsequent beschleunigt werden.»
 
8. Juli 2026 Luzerner Zeitung S.16 / Bruno Knellwolf
Den Fischen geht das Wasser aus
In den grossen Flüssen wie der Reuss sind die Bestände der Forellen und Äschen kurz vor dem Aussterben. «Das Problem ist nicht nur die Hitze, sondern das Zusammenspiel von wenig Wasser, hohen Temperaturen, Sauerstoffmangel und fehlenden Rückzugsräumen. Wo Bäche und Flüsse begradigt oder verbaut sind, können Fische kaum in kühlere Abschnitte ausweichen. Entscheidend sind deshalb genügend Restwasser, naturnahe Gewässer und eine Landschaft, die Wasser länger zurückhält und speichern kann.»

 18. Juli 2026 Luzerner Zeitung S.25 / Jonas Hess
Wasserplanung hinkt hinterher
Bei Trockenheit ist die Versorgung im Kanton nicht gesichert. 
Die aktuelle Trockenheit konfrontiert Gemeinden vermehrt mit Engpässen bei der Trinkwasserversorgung. «Das ist ein Grundproblem, wie sich aus der Anfang Jahr publizierten Wasserstrategie des Kantons herauslesen lässt. «Bei lang andauernder Trockenheit ist die Versorgungssicherheit teilweise nicht gewährleistet», heisst es im Vernehmlassungsentwurf, der aktuell überarbeitet wird. Gleich als ersten Grund nennt die Strategie den fehlenden alternativen Bezugsort bei «vielen Wasserversorgungen».

[ZUSATZINFORMATION: Rahel Estermann, Mitinitiantin der Reuss-Initiative, hat Ende Juni ein dringliches Postulat zur beschleunigten Umsetzung der Wasserstrategie eingereicht. Der Regierungsrat wird darin aufgefordert, «die vorgelegte und vernehmlasste Strategie  Wassernutzung und Wasserversorgung dringlich umzusetzen. Dafür spricht er die nötigen Ressourcen und sorgt für eine schnellere Umsetzung als vorgesehen.» Das Anliegen soll im September 2026 im Kantonsrat behandelt werden.]



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<![CDATA[Beispiele]]>Wed, 15 Jul 2026 15:26:38 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/beispiele

Eine weltweite Bewegung für die Rechte der Natur

Das Initiativkomitee der Reuss-Initiative wird immer wieder gefragt, ob es denn Beispiele gibt, für Gewässer, welche eigene Rechte haben. Deshalb hier ein paar Beispiele von Gewässern und anderen nicht-menschlichen Naturwesen, welchen Rechte zuerkannt wurden oder für deren Rechte gekämpft wird.

Neuseeland, Whanganui / Te Awa Tupua
Der bekannteste Fluss mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit ist der Whanganui in Neuseeland. Wobei Te Awa Tupua, wie es in der Sprache der Maori heisst, ein ganzes Flusseinzugsgebiet umfasst, von den Bergen bis zum Meer.
Ein weiteres Gebiet in Neuseeland, das eine eigene Rechtspersönlichkeit hat ist Te Urewera.
Film zum Thema von srf

Spanien, Mar Menor
Die Salzwasserlagune Mar Menor verfügt als einziges Gewässer in Europa über den Status einer Rechtspersönlichkeit.  Das Mar Menor kann damit seine Rechte als Rechtssubjekt vor Gericht einfordern.
Nach einem massiven Fischsterben infolge von landwirtschaftlicher und industrieller Verschmutzung 2019 und 2021, wurde 2022 das entsprechende spanische Gesetz verabschiedet. Es erlaubt Bürgern und Tutoren, im Namen der Lagune gegen Umweltverschmutzer zu klagen.
Quelle Deutschlandfunk

Ecuador, Pacha Mama
In Ecuador wurden 2008 der ganzen Natur (Pacha Mama)  Rechte zuerkannt. Sie sind im Vergleich zum Schweizerischen Recht mit den verfassungsmässigen Grundrechten vergleichbar, wie sie auch die Reuss-Initiative für die Gewässer im Kanton Luzern fordert:  Das Recht auf Existenz und das Recht auf ökologische Unversehrtheit. Im Bereich der Nebelwälder nutzen Umweltschützer diese Rechte erfolgreich, um Bergbauprojekte zu stoppen und einzigartige Ökosysteme zu verteidigen.
Quellen: Energiezukunft und Cambridge Verlag

Kolumbien, Amazonas und Atrato
Kolumbien gehört zu den weltweiten Vorreitern für die Rechte der Natur. Das Verfassungsgericht erkannte 2016 den Fluss Atrato als Rechtssubjekt an. 2018 folgte die Anerkennung des gesamten kolumbianischen Amazonasgebiets als Rechtsträger.
Quelle: Konrad Adenauer Stiftung
 
Kanada, Magpie/Mutuhekau
Der Fluss Magpie (in der Sprache der First Nation: Mutuhekau) in der Provinz Québec ist der erste Fluss in Kanada dem eine eigene Rechtspersönlichkeit zuerkannt wurde.
Quelle: National Geographic

Ebenfalls interessant in Zusammenhang mit den Rechten der Natur in Kanada ist die Tatsache, dass der Gemeinderat von Terrasse-Vaudreuil in Quebec einstimmig einen Beschluss verabschiedet, in dem das Recht der Bäume auf Leben, natürliches Wachstum, Unversehrtheit und Regeneration anerkannt wird.
Quelle: New York Times
 
Peru, Río Marañón
In Peru ist der Amazonas-Hauptquellfluss Río Marañón 2024 per Urteil zur Rechtspersönlichkeit erklärt worden. Das zuständige Gericht in Nauta (Loreto) sprach ihm grundlegende Eigenrechte zu: das Recht zu fließen, frei von Verschmutzung zu sein und sich zu regenerieren. In einem langjährigen Rechtsstreit haben die indigenen Kukuma-Frauen dieses Recht für den Fluss erstritten.
Quelle: Rechte der Natur

Ein weiterer nicht-menschlicher lebender Rechtsträger in Peru sind Bienen. Die peruanische Provinz Satipo hat heimische stachellose Bienen der Gattung Melipona als erste Insekten weltweit zu Rechtssubjekten erklärt. Damit besitzen sie ein gesetzlich verankertes Recht auf Existenz, Regeneration und Schutz vor Umweltzerstörung.
Quelle: TagesAnzeiger
 
Indien, Ganges und Yamuna
2017 wurde dem Ganges und seinem Nebenfluss Yamuna Rechte von einem Gericht (Uttarakhand High Court) als lebende Wesen zuerkannt. Mit dem Status als juristische Peersönlichkeit wurde es möglich im Namen der Flüsse, rechtliche Schritte gegen Verschmutzer einzuleiten. Allerdings ist der symbolische Wert dieses Urteils grösser als dessen praktischen Auswirkung und Umsetzung.
Quelle: Heinrich Böll Stiftung

Projekte / Initiativen
Es gibt weltweit Initiativen, welche Rechte für die Natur im Allgemeinen und für Gewässer im Besondern fordern.
ÜBERSICHT: Eco Jurisprudenz Monitor

Europa, Bürgerinitiative „Rights for Nature»
Organisationen aus 15 EU-Ländern fordern mit einer Bürgerinitiative, dass Flüsse, Meere, Wälder und Arten als Träger eigener Rechte anerkannt werden. Die Europäische Bürgerinitiative ist formal zugelassen. Nun müssen in der EU eine Million Unterschriften gesammelt werden, damit sich die Europäische Kommission mit der Forderung befasst und, so hoffen die Initianten, eine europäische Richtlinie oder Verordnung erlässt. Ökosysteme sollen dadurch Rechte erhalten, etwa das Recht zu existieren, sich zu regenerieren und wiederhergestellt zu werden.
Quelle: Rechte der Natur

England, The UK Nature's Rights Bill
Der britische Gesetzentwurf zu den Rechten der Natur liegt dem britischen Parlament vor. Damit sind die Rechte der Natur in den parlamentarischen Prozess des Vereinigten Königreichs aufgenommen worden. Er setzt ihr „Integrated Rights Framework“ (integriertes Rechte-Rahmenwerk) in Gesetz um und macht die Natur zur Grundlage des menschlichen Lebens, der Gesellschaft und der Wirtschaft.
Quelle: Natures Rights

Deutschland, Spree und Loisach
„Rechte der Spree“ ist eine Initiative, welche dem Fluss in Berlin eine eigene Rechtspersönlichkeit verleihen will. Der Spree soll das Recht auf Existenz, Schutz, Erhaltung, Wiederherstellung und Gedeihen gesetzlich zugesichert werden. Unabhängige Gremien könnten im Namen des Flusses vor Gericht klagen.
Quelle: Eco Jurisprudence Monitor

Das Loisachbündnis setzt sich in der Grenzregion Bayern/Tirol für die Rechte der Natur im Allgemeinen und die Rechte der Loisach im Speziellen ein.
Quelle: Loisachbündnis

Zudem entschied das Landgericht Erfurt 2024 in einem Prozess zum Dieselskandal, dass durch die Manipulationen der Autokonzerne Natur geschädigt wurde, die durch europäische Abgas-Richtlinien geschützt sei. Wegweisend bezüglich der Rechte der Natur ist, dass sich das Gericht in seinem Urteil auf die Europäische Grundrechts-Charta berief und daraus  Eigenrechte der Natur ableitet. 
Quelle: Deutschlandfunk
 
Frankreich, Loire
Das Parlement de Loire ist eine gesellschaftliche/künstlerische Initiative. Sie will der Loire und anderen Ökosystemen eine eigene Stimme im menschlichen Entscheidungsprozess geben. Die Loire solle eine eigene Rechtspersönlichkeit (personnalité juridique) erhalten. In diesem Rahmen wurde die Loire von der Stadt Tours symbolisch zur Ehrenbürgerin ernannt.
Quelle: Parlement de Loire
 
Polen, Oder/Odra
Der Oder soll der Status einer juristischen Person verliehen werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf legt Grundrechte für die Oder fest – darunter das Recht auf Existenz, auf freien Fluss, auf Erhaltung der Artenvielfalt und auf Schutz vor industrieller Verschmutzung. Ein Ausschusses soll den Fluss vor Gericht vertreten.
Quelle: GARN Europe
 
Italien, Tagliamento
Der Tagliamento ist der letzte frei fliessende Fluss in den Alpen. Lokale Naturschutzbewegungen setzen sich dafür ein, dem Fluss Rechtspersönlichkeit zu verleihen, um sein Ökosystem vor bedrohlichen Staudämmen, Kiesabbau und Massentourismus zu schützen.
Quelle: GARN Europe und Untold Mag 
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<![CDATA[Flussgebietsplanung]]>Sat, 11 Jul 2026 06:44:12 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/flussgebietsplanung
Kleine Emme beim Stahlwerk Emmmenbrücke

Warum nichts passiert, wenn Flüsse nicht klagen können.

Vor einem Vierteljahrhundert haben Pius Stadelmann und Lovas Robert eine Publikation unter dem Titel Flussgebietsplanung für einen voralpinen Fluss in der Schweiz. Kleine Emme im Kanton Luzern*  vorgelegt.
Unter Anwendung der Flussgebietsplanung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie 2000 wurden zusammenfassend sechs Massnahmen zur Sicherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit und zur Aufwertung der Kleinen Emme vorgeschlagen:
  • Herstellung der Quervernetzung zu den wichtigsten Seitenbächen
  • Wasserrückhalte Massnahmen
  • Dotierung der gesetzlich vorgeschriebenen Restwassermengen bei Wasserentnahmen
  • Wiederherstellung der Längsvernetzung für Fische
  • Ausscheidung eine 10-15 Meter breiten Uferstreifens
  • Erstellen eines regionalen Siedlungsentwässerungsplanes
  • Verbesserung der Badehygiene unterhalb der ARA-Einleitungen.
In der Zwischenzeit wurden an einzelnen Stellen Wasserbauten mit Revitalisierungen, Herstellung  der Fisch-durchgängigkeit auf- und abwärts bei Wasserkraftwerken, Rückhalt von Baustämmen bei Hochwasser usw. vorgenommen.

Methode wurde nie angewendet
Die Methodik der Flussgebietsplanung für den gesamtheitlichen Schutz und die Nutzung der Kleinen Emme in ihrem Einzugsgebiet von 480 km2 wurde nie angewandt. Die Kleine Emme verursacht bei extremen Hochwässern grosse Überschwemmungen  in der Reuss,  wie im Jahr 2005.
Der Hydrologe Pius Stadelmann, inzwischen längst im Ruhestand, fordert denn auch nachdrücklich: „Für die Reuss, die die Kantone Luzern, Zug, Aargau und Zürich durchfliesst, müsste zu deren Schutz und zur Sicherstellung einer nachhaltigen Nutzung gemeinsam ein Einzugsgebietsmanagement erarbeitet werden. Als Grundlage diene die entsprechende Wegleitung des Bundes Einzugsgebietsmanagement. Anleitung für die Praxis zur integralen Bewirtschaftung des Wassers in der Schweiz, aus dem Jahr 2012.   Warum aber dauert es Jahrzehnte bis das Wissen der Expertinnen und Experten umgesetzt wird?  Warum wird seit 15 Jahren eine entsprechende Anleitung des Bundes im Kanton Luzern nicht angewendet?

Nur ein Flickwerk
Gegenwärtig führt jeder Kanton Hochwasser- und Revitalisierung-Programme aus, ohne sich mit dem Ober- oder Unterlieger zu vernetzen. Ohne eine koordinierte Zusammenarbeit zum nachhaltigen Schutz und zur Nutzung des gesamten Gewässersystems Reuss liegt nur ein Flickwerk vor.
Die Natur hat keine Stimme in unserem Rechtssystem. Die Gewässer können sich nicht wehren, wenn deren Lebensräume  massiv eingeschränkt werden.
Mit einem Einzugsgebietsmanagement kann vorsorglich Abhilfe geschaffen werden.
Dabei geht es darum für ein Flussgebiet (Hauptfluss mit allen Zuflüssen vorhandene Grundlagen in den Bereichen Wassernutzungen wie Wasserkraft und Wasserversorgung, Hydrologie, Wasserqualität, Biologie, Ökomorphologie (Strukturen in und am Gewässer, Beschaffenheit der Uferbereiche, Verbauungsgrad), und Durchgängigkeitsstörungen zu erfassen und Sanierungsmassnahmen zu ergreifen.

* Stadelmann P. und Lovas R. 2000 Flussgebietsplanug für einen voralpinen Fluss in der Schweiz: Kleine Emme im Kanton Luzern Gas, Wasser, Abwasser. gwa 11/200, Zürich: 1-24

Pius Stadelmann, Dr.sc.nat. ETH, Hydrobiologe, Luzern 

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<![CDATA[Die Rechte der Flussbewohner wahren]]>Sun, 17 May 2026 07:12:10 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/die-rechte-der-flussbewohner-wahren

Erin O'Donnell: Botschafterin der Blue Community

Die Bewegung für Flussrechte ist mittlerweile transnational, mit über 100 Flüssen weltweit, denen der rechtliche Status von Personen, Subjekten oder Lebewesen verliehen wurde. Die Frage, ob Flüsse Rechte haben sollten, weicht allmählich der Frage, was geschieht, wenn sie diese Rechte tatsächlich erhalten.

In ihrem Vortrag «Upholding the rights of river persons: enforcement or relational repair?» , den die Rechtsprofessorin und Blue Community Ambassadorin Erin O’Donnell am 17. Juni 2026 im Kulturpark in Zürich gehalten hat, untersuchte sie, wie diese neuen gesetzlichen Rechte durchgesetzt werden können, und zwar aus drei zentralen Perspektiven:
Erstens muss klar sein, welche Rechte Flüsse tatsächlich haben, wozu nicht immer das Recht auf Klage vor Gericht oder das Recht auf das zwischen ihren Ufern fließende Wasser gehört.
Zweitens gibt es viele Mechanismen zur Durchsetzung, die von hochgradig kontradiktorischen Gerichtsverfahren bis hin zu umfassenderen Rechenschaftsprozessen reichen.
Drittens müssen die Grenzen der Durchsetzung berücksichtigt werden, da regulatorische Massnahmen allein oft nicht ausreichen, um Flussökosysteme oder gesellschaftliche Verbindungen wiederherzustellen.
Der Vortrag untersucht, wie das Überwinden traditioneller rechtlicher Rahmenbedingungen eine einzigartige Gelegenheit für kreative Rechts- und Politikreformen bietet, um unsere Beziehung zur Natur zu verändern.

Erin O’Donnel ist Assistenzprofessorin an der University of Melbourn Law School und Expertin auf dem Gebiet der Rechte von Gewässern. Sie schrieb mehrer Bücher. Neben ‘Repairing our relationship with rivers: water law and legal personhood * auch das Standardwerk Legal Rights for Rivers. Competition, Collaboration and Water Governance.**

Rechte für Flüsse, Wettbewerb, Zusammenarbeit und Wasser-Management

Um zu beurteilen, was es bedeutet, Flüssen gesetzliche Rechte und Rechtspersönlichkeit zu verleihen, untersucht dieses Buch die Form und Funktion von Umweltwassermanagern (UWM). Diese Organisationen verfügen über Rechtspersönlichkeit und sind seit über zwei Jahrzehnten im Bereich der Wasserressourcenbewirtschaftung tätig. UWMs erwerben Wasserrechte von Bewässerungsbetrieben an Flüssen, an denen nicht genügend Wasser vorhanden ist, um die ökologische Gesundheit zu erhalten. UWMs können mit Landwirten um den Zugang zu Wasser konkurrieren, sie können aber auch die Zusammenarbeit zwischen traditionell gegensätzlichen Nutzern der aquatischen Umwelt stärken, wie beispielsweise Umweltschützern, Anglern, Landwirten oder Wasserkraftwerken.
Die Untersuchung der UWMs bringt jedoch ein unerwartetes Paradoxon ans Licht: Der Natur gesetzliche Rechte zuzugestehen, mag zwar ihre rechtliche Durchsetzungskraft stärken, kann aber gleichzeitig die Unterstützung der Bevölkerung für den Umweltschutz insgesamt schwächen. Das Buch entwickelt einen neuen konzeptionellen Rahmen, um die vielfältigen Konstruktionen der Umwelt im Recht zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese Konstruktionen zusammenwirken und so zu diesen unerwarteten Ergebnissen führen können. Und O'Donnell zeigt auf, wie dieses Paradoxon überwunden werden kann.
 
Erin O'Donnell unterstützt die Reuss-Initiative

Organisiert durch den Blue Community Coordinator Roland Brunner, besuchte Blue Community Ambassador Erin O’Donnel den Verein Rechtsperson Reuss in Luzern, um damit auch die Reuss-Initiative zu unterstützen.
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<![CDATA[rechtsperson Reuss: GARN Mitglied des Monats]]>Wed, 28 Jan 2026 16:35:36 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/garn-mitglied-des-monats
Der Verein Rechtsperson Reuss wird für die Reuss-Initiative von der Global Alliance for the Rights of Nature GARN mit dem Titel "member ob the month" ausgezeichnet und mit einem Beitrag auf ihrer Webseite geehrt.
GARN ist ein globales Netzwerk von Organisationen und Einzelpersonen, die sich für die universelle Einführung und Umsetzung von Rechtssystemen einsetzen, die die „Rechte der Natur“ anerkennen, respektieren und durchsetzen.
"Anstatt die Natur rechtlich als Eigentum zu behandeln, ist es an der Zeit anzuerkennen, dass natürliche Gemeinschaften das Recht haben, zu existieren, ihre Lebenszyklen aufrechtzuerhalten und zu regenerieren."
Die Mitglieder des GARN bilden ein vielfältiges Netzwerk aus Fachleuten und Aktivistinnen und Aktivisten in über 100 Ländern auf 6 Kontinenten – Nord- und Südamerika, Afrika, Europa, Asien und Australien –, welche die Beziehung der Menschen zum Planeten Erde verändern möchten.

Rechtsperson Reuss / Reuss-Initiative: GARN Member of the Month
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<![CDATA[5460 Unterschriften eingereicht]]>Thu, 15 Jan 2026 11:02:26 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/5460-unterschriften-eingereicht
Das Initiativkomitee der Reuss-Initiative hat zusammen mit unterstützenden Organisationen vor dem Regierungsgebäude des Kantons Luzern 5460 beglaubigte Unterschriften eingereicht.
Die Sammlung wurde am 26. April 2025 am Ufer der Reuss gestartet. Seit November 2025 hat das Initiativkomitee die notwendigen 5000 Unterschriften beisammen.
Nach der Einreichung wird der Regierungsrat gemäss § 141 Stimmrechtsgesetz StRG das Zustandekommen der Initiative feststellen.
Innerhalb eines Jahres, seit das Zustandekommen der Initiative veröffentlicht wurde, muss der Regierungsrat gemäss § 82b Kantonsratsgesetz dem Kantonsrat Botschaft und Entwurf für dessen Stellungnahme unterbreiten.
Markus Schärli, Präsident des Vereins Rechtsperson Reuss, dankte den anwesenden Unterstützern und Sammlern für ihr Engagement. Die vielen Stunden auf der Strasse im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern hätten gezeigt, dass sich immer mehr Menschen bewusst sind, dass die Natur im Allgemeinen und die Gewässer im Speziellen, nicht mehr ohne den Schutz einer eigenen Rechtspersönlichkeit und eigener Grundrechte auskommen können. „Die Gewässer im Kanton Luzern sind teilweise in einem desolaten Zustand, weil das Gewässerschutzgesetz nicht eingehalten und vom Kanton nicht durchgesetzt wird.“
Beim Sammeln gab es viele spannende und überraschende Begegnungen. Zum Beispiel jene Frau aus der Stadt, die erzählte, dass ihre Schwester vom Land jede Woche bei ihr Flaschen mit Hahnenwasser fülle, weil in ihrem Dorf das Trinkwassers mit Chlorothalonil verunreinigt sei. Oder jene Fischer, die begeistert unterschrieben - weil sie wissen, dass zahlreiche Fischarten in unseren Gewässern nicht mehr vorkommen und andere sich kaum mehr vermehren infolge der Schadstoffe im Wasser. Vielen, die unterzeichnet haben, ist bewusst geworden, dass wenn die Natur weiterhin als Sache ausgebeutet wird, anstatt sie als ein Gegenüber mit eigenen Rechten zu betrachten, die Menschen ihre eigene Lebensgrundlage zerstören. „Wenn wir schon abstrakten juristischen Konstrukten wie Aktiengesellschaften Rechtspersönlichkeit zugestehen, wie viel mehr sollten wir der lebendigen Natur, dieses Recht auf Rechte gewähren.“
„Geben wir den Gewässern die Rechte, die sie als Teil unserer Gesellschaft verdienen.“

Photos: Marianne Schulze

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<![CDATA[5000 Unterschriften gesammelt]]>Mon, 17 Nov 2025 14:03:21 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/5000-unterschriften-gesammelt
Unterschriften sammeln für die Reuss-Initiative. Photo Marianne Schulze
Das Initiativkomitee der Reuss-Initiative hat die 5000 Unterschriften, welche für die Einreichung einer Verfassungsinitiative im Kanton Luzern notwendig sind, zusammen. Die Initiative wurde am 26. April 2025 lanciert, die gesammelten Unterschriften werden Mitte Januar 2026 beim Kanton eingereicht.
Die Reuss-Initiative verlangt, dass alle öffentlichen Gewässer im Kanton Luzern Grundrechte und Rechtspersönlichkeit erhalten. Damit soll eine wesentliche Lücke im Rechtssystem geschlossen werden, denn im Gegensatz zu Menschen, Unternehmen oder öffentlich-rechtlichen Anstalten, hat die nicht-menschliche Natur keine Rechtspersönlichkeit und keine Grundrechte.
Das ist verheerend für die Gewässer im Kanton Luzern. Die Gewässer sind überdüngt und mit Pestiziden und anderen chemischen Rückständen belastet, obwohl dies aufgrund des Gewässerschutzgesetzes, weitgehend verhindert werden könnte.
Aber dort, wo der politische Druck zu gross ist, wird das Gewässerschutzgesetz vom Kanton nicht durgesetzt – und dann, das ist der Knackpunkt – passiert nichts, weil die betroffenen Gewässer sich nicht wehren können. Die Natur hat kein Recht auf Rechte. Die Reuss-Initiative will dies ändern.

Medienreaktionen:
Regionaljournal Zentralschweiz (srf)
Zentralplus
Luzerner Zeitung
Schweizer Radio (srf)


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<![CDATA[Die Gretchenfrage: Wasserqualitaet]]>Sun, 05 Oct 2025 10:01:29 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/die-gretchenfrage-wasserqualitaet
Beim Unterschriftensammeln kommt immer wieder die Wasserqualität im Kanton Luzern zur Sprache. Während die einen davon ausgehen, dass die Wasserqualität im Kanton gut bis sehr gut ist, sind andere massiv verunsichert, weil regelmässig über die Verschmutzung des Wasser gelesen werden kann.
Der Ursprung dieses Widerspruchs dürfte auf zwei Gründe zurückzuführen sein.
1. Trinkwasser ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel in der Schweiz, so auch im Kanton Luzern. Trinkwasser soll bedenkenlos getrunken werden können. Das führt dazu, dass in der Regel eine mit Chemikalien oder Fäkalien verunreinigte Trinkwasserquelle, bei der routinemässigen Kontrolle entdeckt wird und Massnahmen ergriffen werden. Das lokale Grundwasservorkommen kann dann zum Beispiel nicht mehr genutzt werden oder das Grundwasser dieser Quelle wird mit dem Wasser einer anderen Grundwasserquelle gemischt, damit die Grenzwerte wieder erreicht werden.
Nun kann man daraus beide Schlüsse ziehen: das Wasser, das aus dem Hahnen kommt ist sauber oder das Grundwasser ist verschmutzt. Beides stimmt.
Oder wie es Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Boden bei der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern formuliert hat: „Nicht eingehaltene Anforderungswerte in einem Grundwasser müssen nicht zu Grenzwertüberschreitungen im Leitungsnetz führen.» (Quelle: https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/luzern/das-muessen-sie-uebers-grund-und-trinkwasser-im-kanton-luzern-wissen-ld.1153772 )
Die Qualität des Trinkwasser in der eigenen Gemeinde kann übrigens beim Wasserversorger der Wohngemeinde nachgefragt werden. Die Wasserversorger sind verpflichtet, die Kunden über die Messwerte zu informieren.
«Die Wasserversorgungen sind gesetzlich verpflichtet, mindestens einmal jährlich umfassend über die Qualität des Trinkwassers zu informieren. Die Wasserversorgungen können ihre Daten auf www.trinkwasser.ch eingeben oder sie an anderer Stelle veröffentlichen. Für spezifische Fragen zur Qualität Ihres Trinkwassers, können Sie bei der zuständigen Wasserversorgung oder bei der Gemeinde nachfragen.» (Quelle: SVGW: https://www.svgw.ch/wasser/kommunikationstools/faq-trinkwasser/ )

2. Hinzu kommt folgendes: Wasser kann nicht auf jeden erdenklichen Stoff untersucht werden. Von vielen Stoffen weiss man gar nicht, ob er in gesundheitsschädigendem Ausmass im Wasser vorhanden ist. Dieses Problem wird noch verstärkt indem sich vor allem die Landwirtschaftslobby dafür stark macht, dass dort wo Grenzwerte bestehen, diese erhöht werden und dort, wo keine bestehen, auch keine eingeführt werden. Wo keine Grenzwerte bestehen, können diese auch nicht überschritten werden.
Ein Beispiel: «Departement Rösti: Kein Grenzwert für hochgiftiges Insektizid.  Für das hochgiftige Insektizid Deltamethrin soll kein Grenzwert eingeführt werden, damit es Bauern weiterhin einsetzen können. Das Departement von Albert Rösti hat eine entsprechende Empfehlung des Bauernverbandes übernommen.»
Dies ist extrem bedenklich, wenn man dieser Feststellung folgende Aussage gegenüberstellt: «Bereits extrem tiefe Konzentrationen von Deltamethrin können Wasserlebewesen vergiften, erklärt der Schaffhauser Kantonschemiker Kurt Seiler. ‘Ein Tropfen von einem Produkt mit Deltamethrin kann einen ganzen Bach vergiften’.» (Quelle: SRF, https://www.srf.ch/news/schweiz/gewaesserschutz-departement-roesti-kein-grenzwert-fuer-hochgiftiges-insektizid )
 
Soviel zur Qualität des Grund-, Quell- und Trinkwassers.
Nun gibt es auch noch die Seen, Flüsse und Bäche im Kanton.
In den Seen gibt es zu viel Phosphor. «Der Phosphoreintrag in die Mittellandseen, der mehrheitlich aus landwirtschaftlichen Flächen stammt, ist immer noch zu hoch. Um beim Baldeggersee die Anforderungen an den Sauerstoffgehalt am Seegrund zu erreichen und damit die Naturverlaichung der Felchen wieder zu ermöglichen, muss der heutige Phosphoreintrag aus dem Einzugsgebiet wesentlich reduziert werden. Dazu sind weitere Anstrengungen, insbesondere in der Landwirtschaft, nötig. Kleinseen wie der Mauensee und der Soppensee sind weiterhin stark mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft belastet.“ (Quelle: Bericht der kantonalen Verwaltung „Wassernutzung und Wasserversorgung im Kanton Luzern“, S.28 )
Aber auch die Flüsse und Bäche sind nach wie vor starker Verschmutzung ausgesetzt. Insbesondere nach starken Regenfällen. Die Abwasserreinigungsanlagen sind längst nicht mehr in der Lage, die Menge und die Stoffe zu bewältigen, welche sie reinigen sollten. Wer zu sehr dem Glauben verfallen ist, Schweizer Gewässer seien sauber, spürt diese Falscheinschätzung unter Umständen am eigenen Leib. «130 Polizeischulangehörige einer Polizeischule sind nach einer Übung in der Reuss in Bremgarten AG krank geworden. Grund sei Abwasser im Fluss» (Quelle Tagesanzeiger, 4.8.2025)

Fische, Frösche, Insekten und so weiter leiden jedoch nicht nur unter Pestiziden, sondern auch unter der Zerstörung ihres Lebensraums. Fast ein Drittel der einheimischen Fischarten sind laut einer Mitteilung des Kantons Luzern vom Aussterben bedroht. «Gründe sind menschliche Eingriffe, wie regulierte Wasserstände oder verbaute Ufer.» Quelle Luzerner Zeitung, 1.10.2025, S.21)
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<![CDATA[üBERDueNGTE SEEN]]>Thu, 26 Jun 2025 12:31:46 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/ueberduengte-seen
Die Luzerner Seen sind weiterhin überdüngt, mit Phosphor belastet und müssen in einem aufwändigen Verfahren belüftet werden, damit sie nicht komplett kollabieren. Die kantonale Verwaltung kennt das Problem seit Jahrzehnten, ist aber unter dem Druck der Landwirtschaftslobby nicht bereit und in der Lage, das Problem grundsätzlich zu lösen.
Gülle und Kunstdünger werden weiterhin hemmungslos ausgebracht, obwohl dies vom eidgenössischen Gewässerschutzgesetz klipp und klar verboten wäre. So steht in Artikel 6: „Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen." 
Natürlich würden sich die Gewässer, respektive ihre Vertreterinnen und Vertreter schon längst gegen diese Gesetzesbrüche, wehren, wenn Sie Grundrechte und Rechtspersönlichkeit hätten. Das versuchen wir mit der Reuss-Initiative zu erreichen. Denn vom Kanton, der zuständig wäre, werden die Gesetzesbrüche nicht geahndet und verhindert. Im Gegenteil, Landwirte werden sogar mit Zahlungen belohnt, wenn sie die Gewässer etwas weniger vergiften als sie theoretisch in der Lage wären.
Man stelle sich vor, der Staat würde der Mafia Geld dafür zahlen, dass sie ein bisschen weniger Verbrechen begeht. 
Klar ist einmal mehr, Jahr um Jahr, kann der Kanton nur vermelden, dass man noch weit von den Zielwerten entfernt ist. Anstatt das Problem zum Schutz der Gewässer zu lösen, wird das Problem ausgesessen und verwaltet.
Die Reuss-Initiative ist dringender nötig denn je.

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<![CDATA[Sind Flüesse Lebewesen?]]>Mon, 02 Jun 2025 16:34:37 GMThttp://www.reuss-initiative.ch/nachrichten/sind-fluesse-lebewesenPicture

Ende Mai 2025 ist das neue Buch von Robert Macfarlane erschienen: "Sind Flüsse Lebewesen". Das Buch, so Macfarlane im Vorwort: "erkundet den weltverändernden Gedanken, dass Flüsse Lebewesen sind. ... Es fragt danach, was passiert, wenn wir Flüsse ernsthaft als lebende Wesen anerkennen." 

Das Buch erzählt vom Rio los Cedros in Ecuador, den Bächen, Lagunen und Buchten der Wasserstadt Chennai in Südostindien und vom Mutehakau Shipu in Nitassinan. Die Beziehung zu diesen Gewässern wurde neu gedacht. "Flüsse werden in grundlegender Weise als eigenständige Lebewesen verstanden - und zugleich ist das Überleben der Flüsse in allen drei Fällen ernsthaft gefährdet. In Ecuador durch den Bergbau, in Indien durch Verschmutzung und in Nitassinan durch Staudämme."

Das Buch erläutert auch, wie durch Christopher Stone diese uralte Idee wieder an Aktualität gewinnen konnte in der modernen Rechtswissenschaft, indem dieser die Frage in den Raum warf, ob Bäume nicht auch Rechte haben sollten.
Der Autor Robert Macfarlane, lehrt Literaturwissenschaft in Cambridge und gilt als wichtigster britischer Autor des Nature Writing.

Sind Flüsse Lebewesen 

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